Lina, die Großmutter …

 Lina, die Mutter der Herrin des Hofes, Katharina, legt ihre Spindel auf die Seite, um die gesponnene Wolle aufzuwickeln. Sie betrachtet ihre Enkelkinder, die zu ihren Füßen sassen. Die Kinder erinnern sie daran, dass sie schon recht betagt ist. Aber nicht zu alt, um nicht einige Arbeiten zu übernehmen und die jüngeren Kinder zu beaufsichtigen. Ach und die Mädchen Alwina, Frigga, Heilrun, lykke, Irma und Sunna sollten die Fertigkeiten einer guten Hausfrau lernen. Sie sollten schließlich eine verläßliche Partnerin ihrer Männer werden. Man konnte nie früh genug anfangen. 

Frigga machte es großen Spaß mit ihrem Lucet, welches ihr der Vater angefertigt hatte, Schnüre zu stricken. Diese brauchte man auch für alles mögliche. 

Dagegen mochten die Zwillinge Alwina und Heilrun viel lieber Wolle spinnen. Ja, es fand fast immer ein Wettbewerb statt, wer von beiden am Abend die meiste Wolle mit der Handspindel gesponnen hat. Ach je, warum konnte nicht jemand etwas erfinden, was es schneller und einfacher machen würde, Wolle zu spinnen ? Damit Katharina genug Wolle hat, um Stoff für Kleidung weben zu können, mußten einige Mägde Wolle spinnen.

Lina wirft einen Blick zur Mitte des Raumes, wo sich die Feuerstelle befindet. Heute sollen sich Lykke und Irma um das Essen kümmern. 

Sunna war in den vergangenen Tagen nicht nur sehr fleißig, sondern hatte einen besonders schönen Gürtel für ihre Mutter angefertigt. Sie darf heute zur Belohnung ihre Hände ruhen lassen und tun, was ihr beliebt. Sunna ist ein hübsches Mädchen geworden und ihre Eltern haben für sie einen guten Ehemann gefunden. Leider wird Sunna wie alle Mädchen fortgehen … nach Birka. Lina seufzt. Nun, sie hofft, das Olaf ein guter Mann ist und ihre Enkelin glücklich wird.

Rums, die Tür wird geöffnet und der Hausherr kommt mit seinen Söhnen Björn, Hugo und Berengar. Im Schlepptau kommt noch Baldwin. Auch die Söhne haben ihre Pflichten und müssen schon frühzeitig lernen.

Aber nun geht es zu Tisch. …